Digitale Volumentomographie – DVT

Im Rahmen der Diagnostik von Verletzungen und Erkrankungen des Fußes und des Sprunggelenks, der Hand und des Handgelenks, sowie des Knie- und Ellenbogengelenks bieten wir ab sofort die Digitale Volumentomographie (DVT) als neue Methode an, bei speziellen Fragestellungen auch im Bereich der Schulter, der oberen HWS und des Gesichtsschädels.

Bei der DVT (auch Cone Beam CT oder CBCT) handelt es sich um das derzeit modernste dreidimensionale Röntgen-Verfahren mit einer extrem hochauflösenden Bildgebung. Dafür steht uns der Digitale Volumentomograph SCS Series H 22 zur Verfügung.

Höchste Bildqualität und dreidimensionale Darstellung

Die DVT erzeugt eine sehr hohe Auflösung. Durch diese neue Technik ist die Dicke der dargestellten Schichten mit 0,2 mm sehr gering, dadurch wird die Bildqualität stark verbessert. Im Vergleich zum üblichen CT ist die Auflösung bis zu fünfmal höher, dadurch werden Knochen und Gelenke sehr detailliert abgebildet. Aus den Daten wird zusätzlich eine räumliche Darstellung der abgebildeten Skeletteile erzeugt. Darüber hinaus können wir die dreidimensionale Abbildung am Computer drehen und aus allen Richtungen betrachten.

Höhere Aussagekraft und präzise Diagnostik

Knochenbrüche oder Fehlstellungen können wir zuverlässiger erkennen als mit dem üblichen Röntgen. Begelitverletzungen, Komplikationen und Verzögerungen der Heilung können wir früher diagnostizieren und adäquat behandeln. Auch Aufnahmen im Stehen sind möglich, dies erlaubt die Beurteilung der Knochen bzw. Frakturfragmente und deren Stellung unter Belastung. Der Vorteil einer höheren Aussagekraft wird mit einer Strahlendosis vergleichbar mit dem klassischen Röntgen in mehreren Ebenen erreicht.

Höchste Strahlenhygiene durch die Digitale Volumentomographie

Die Belastung durch schädliche ionisierende Strahlen ist um bis 90 % geringer im Vergleich zur üblichen Computertomographie (CT). Dadurch können wir die Strahlendosis häufig unter die von üblichen Röntgenaufnahmen senken. Und das bei deutlich verbesserter Darstellung und damit erhöhter Erkennungsrate von Frakturen. Insbesondere bei Kindern mit erhöhter Empfindlichkeit gegenüber Strahlung ist einerseits die Dosisreduktion von Bedeutung. Andererseits ist bei kindlichen Verletzungen mit offenen Wachstumsfugen eine präzise Beurteilung besonders wichtig. Das Risiko von Folgeschäden mit teils erheblichen Störungen der Funktion kann so vermindert und die Therapie umgehend eingeleitet werden.

Kurze Untersuchungs- und Auswertungszeit

Während der Untersuchung sitzen oder stehen Sie. Die zu untersuchende Körperregion wird zwischen Röntgenröhre und Detektor gebracht. Die Aufnahme ist schmerzfrei und benötigt nur einige Sekunden. Sie ist damit sehr angenehm. Die Bilder liegen nach wenigen Minuten vor. Unmittelbar danach kann der Arzt die Aufnahmen befunden. Die Skelettanteile werden auch räumlich dargestellt.
Ihre Aufnahmen erhalten Sie auf Wunsch digital. Entweder auf DVD (nicht auf CD, Sie benötigen also einen DVD-Player) bzw. USB-Stick oder zum direkten Download über des Internet anhand eines Codes per Mail. Damit können Sie sich die Bilder in Ruhe  ansehen und mitbehandelnden Kollegen vorlegen.

Sofort spezifischer Therapiebeginn

Im Anschluss besprechen wir die Befunde und Therapieoptionen und legen gemeinsam das weitere Vorgehen fest. Eine weitere Bildgebung mit längerer Wartezeit ist oft nicht notwendig. Bei Hinweisen für eine Weichteilverletzung ohne köcherne Beteiligung oder Fehlstellung in der DVT kann zusätzlich eine MRT notwendig sein. Nach Ausschluss einer schweren Verletzung kann die Ruhigstellung oder Entlastung jedoch häufig weniger restriktiv erfolgen. Bei schweren Verletzungen können die notwendigen Maßnahmen bis zur operativen Versorgung sofort eingeleitet werden.

DVT – Indikationen

Akute Verletzungen

  • Frakturen: Beurteilung von Mehrfragmentfrakturen, Gelenkstufen, knöchernen Bandausrissen und osteochondralen Läsionen
  • Kapsel-Band-Verletzungen: Beurteilung von Instabilitäten und knöchernen Begleitverletzungen
  • Kindliche Verletzungen: Beteiligung der Wachstumsfugen bei Frakturen und Distorsionen
  • Handwurzelverletzungen: Bei unklarem Röntgenbefund oder primär bei V. a. Fraktur oder Begleitverletzungen
  • Verletzungen von Rück- und Mittelfuß: Bei unklarem Röntgenbefund oder primär – soweit möglich Belastungsaufnahmen – bei V. a. Frakturen oder Begleitverletzungen

Fortbestehende Symptomatik und Komplikationen

  • Knochenödem und Bone bruise: Bei V. a. Fraktur im MRT oder Beschwerdepersistenz zur Abgrenzung Überlastungsödem von Stress- und Insuffizienzfrakturen
  • Knochenheilung und Pseudarthrose: Beurteilung des knöchernen Durchbauungsgrades und Abschätzung der Belastbarkeit
  • Osteosynthetische Versorgung: Exakte Beurteilung von Grenzflächen zwischen Metall- und Knochenstrukturen bei Beschwerdepersistenz oder Funktionsstörung
  • Komplexe Frakturen: Beurteilung von Fragmentstellung, Gelenkbeteiligung und Belastbarkeit.
  • Endoprothesen: Beurteilung von Lockerung, Zysten und Osteolysen

Chronische Erkrankungen

  • Fußdeformitäten: Plattfuß, Hallux valgus oder rigidus, postoperative Deformitäten und Rezidive
  • Arthrosen: Beurteilung der Gelenkveränderungen, Therapieplanung und Abschätzung der Belastbarkeit.
  • Endoprothesenplanung: funktionale Beurteilung von Gelenkpartnern
  • Rheumatische und Gicht-Arthritis: Frühdiagnosen von Knochenveränderungen, Osteolysen und Ablagerungen
  • Schmerzen unklarer Genese: Insbesondere persistierenden belastungsabhängigen Schmerzen oder sekundäre Stressfrakturen bei nichttraumatischen Knochenödemen
  • Kindliche Fehlstellungen: Achsbelastete Beurteilung der unteren Extremitäten

HWS und Gesichtsschädel

  • Gesichtsschädel: Nasen-, Kiefer-, Jochbein-, Mittelgesichts-, Orbita- und Nasennebenhöhlenverletzungen
  • Obere HWS: Verletzungen, Fehlstellungen und Arthose insbesondere von Okziput, Atlas und Axis, OP-Planung
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